Gedankenflucht.

•12. Mai 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

ad Vergänglichkeit :-/

Ich erinnere mich an eine Zeit wo ich das Gefühl hatte das Leben vom Straßenrand aus zu betrachten. Es war eine Zeit in der ich viel nachdachte und mir kam alles immer sehr weit weg vor. Über die Jahre habe ich leider nicht bemerkt das ich schon lang nicht mehr bloss am Straßenrand stehe, sondern fortwährend in Bewegung war. Nun stellt sich die Frage, was denn besser ist – Stagnation? Das Stehen am Straßenrand? Das betrachten all dieser merkwürdigen Leute die dem Leben nachjagen? … oder … Aufspringen auf den Zug des Lebens? Der Jagd nach Anerkennung und Erfolg? Dem ewigen Streben nach Triumphen? Ehrlich gesagt? Keine Ahnung.

Als jemand der im Grunde alles hat und dennoch unzufrieden ist würde ich sagen, keiner der beiden Wege ist das Optimum. Unterm Strich sterbe ich letztlich sowohl am Straßenrand als auch im Zug. Unterm Strich ists völlig egal. Unterm Strich ists nämlich jedem egal.

ad Umfeld …

… das zweite Thema meiner fiktiven Reise betrifft viele viele Menschen in meinem näheren Umfeld. Viele Freunde hatte ich nie, eigentlich hatte ich bis vor einigen Jahre nie tatsächliche Freunde. Zumindest im Nachhinein betrachtet weiß ich das mit Bestimmtheit. Das Skurrilste am Leben ist aber die Tatsache das sich der Mensch von jeher an einen einzigen Menschen bindet und die Gesellschaft, Filme, Medien, einfach alles möchte uns suggerieren das alles andere fehl wäre.

Leider begegne ich permanent Menschen die ich persönlich als interessant erachte. Menschen mit denen ich meine Zeit gerne verbringe, Ihnen zuhöre und meine Gedanken teile. Doch letztlich hemmt der Gedanke immer nur einem Menschen nahe sein zu dürfen jedweden Aufbau einer Freundschaft. Ein Kennenlernen bleibt ein Kennenlernen und darf niemals ein Vertrautsein werden. Warum ist das so?

ad Vermissen

Normalerweise müsste ich hier nun verstorbene Familienmitglieder aufzählen. Normalerweise. Bei einem Begräbnis konnte ich noch nie weinen. Möglicherweise liegt das auch ein Stück weit an einer sehr bedenklichen Erziehung seitens meines Vaters. Möglicherweise. Weitestgehend vermisse ich eigentlich Niemanden so richtig, es gibt also tatsächlich keinen Menschen den ich mal kannte und der mir nun aufgrund ihrer oder seiner Abstinenz wirklich fehlt.

Wenn ich nun in einem weiteren Atemzug erwähne dass sich das in Bezug auf meine verstorbene Katze anders verhält, macht mich das zu einem sonderbaren Menschen? Wenn ich bedenke wie oft ich manche Menschen sah und wieviele Stunden ich tagtäglich meine Katze neben meinem Kopfkissen, der PC-Tastatur oder der Couch liegen hatte … ist das dann wirklich noch so sonderbar?

nachdenkliche Grüße

MMM

Spieltipp – Torchlight.

•15. November 2009 • 1 Kommentar

Wo wir schon bei Hack-&-Slay sind: Wem Diablo Spaß macht/e der sollte sich unbedingt Torchlight genehmigen! Ein flottes, grafisch amüsantes, rundumzufriedenstellendes Hack-&-Slay für die kleine Geldbörse. Ich jedenfalls finde es weltklassig :-) Einziges Manko – momentan exisitiert bloss der Singeplayer, künftig soll es aber auch eine Multiplayerversion davon geben – dann könnte das ein echter Onlinefavorit werden!

kurzangebundene Grüße

Mezzi Muh-Miyake

Spiele-News-Update: Borderlands…sss…sssss…ss

•15. November 2009 • 2 Kommentare

.sss.. z..ZZZzzzZzzz Zzz ….

Level 50.

2ten Spielverlauf clear.

Was nun? Denkt man an das Vorzeige Hack-&-Slay Diablo, sollte nun endlich das große Ausrüsten beginnen, oder man macht einfach einen neuen Charakter, probierte eine andere Skillung aus, oder haut einfach großen Mengen an Monstern – Trauben von Hunderten! – aufs Maul und sammelt dabei fleissig dropende Items.

Fehlanzeige. Leider kann man nicht viel ausrüsten, da es ohnehin neben der Waffe nur 3 weitere Slots gibt. Der Granatenslot ändert sich ab Level 20 aufwärts nicht mehr, das Schild und das Mod des jeweiligen Charakters, naja, lässt sich eben wie Waffen und sowieso alles in New Haven finden. Einloggen, rechts das Haus hochhüpfen, Kiste plündern, aufs gegenüberliegende Dach springen, Kiste plündern, einmal diagonal an zwei Häusern dabei, Dach hoch – Kiste plündern, zwei Hopser weiter – Kiste plündern, runterfallen lassen, und wer hätte das gedacht, Kiste plündern. Schauen ob was dabei ist, ansonsten, auch scheiß egal, Gold hat man sowieso permanent auf Maximum, sprich, hat man nach 50 mal aus- und einloggen endlich die Waffe seiner Wahl, hat mans dann durchgestanden und kanns bleibenlassen.

Bliebe noch Player vs. Player – fällt aber recht rasch in die Kategorie langweilig, weil a) das Balancing zwischen Klassen und Skills nicht stimmt und b) es ist weder recht taktisch noch spannend noch bekämem an etwas dafür …

Fazit: Dieses Spiel ist nicht schlecht; zumindest solange man es als Singeplayerspiel oder Koopspiel mit 25 Stunden Spielzeit als durchgespielt ansieht. Sobald es aber in die Liga der Onlinegames möchte, braucht es schon gehörig mehr im Sinne von Content (Gebiete, Waffenvariationen – die alleinige Möglichkeit das Prozentualwerte skalieren reichen meiner Meinung nach nicht um mit Millionenzahlen an unterschiedlichen Waffen zu werben, völlig anderes Lootsystem, mehr Encounter, kniffligere Encounter, besseres Onlinelobbysystem – beispielsweise ähnlich dem Battle.net von Blizzard!, etc.).

abwartende Grüße

Mezzi Muh-Miyake

Buch-Kaufzwang(!!!) – Set This House in Order

•15. November 2009 • Hinterlasse einen Kommentar

Mit dem Beititel / Untertitel : A Romance of Souls

Ein fast 700 Seiten starker Roman. Im Kern des Ganzen geht es um einen Lebensabschnitt zweier Menschen mit multipler Persönlichkeitsstörung (heute; dissoziative Identitätsstörung). Die Hauptprotagonisten Andrew und Penny haben nämlich das selbe Problem – sie besitzen beide etliche Persönlichkeiten die mal mehr – mal weniger Anspruch auf den Körper erheben. Was sehr trocken bis medizinisch enden könnte – KÖNNTE! – präsentiert Matt Ruff als eine phantasievolle Reise durch einen komplexen Alltag des Wahnsinns. Ohne zu spoilern fällt es schwer diesen einmaligen, unglaublichen Roman näher zu beschreiben – daher sollte man sich einfach einen Ruck geben – Kaufen, Lesen und bis zum Ende am Besten gar nicht mehr bei Seite legen; zumindest ist es mir so ergangen.

Spannend, Witzig, Eindrucksvoll, Bedrückend, Traurig und über die Maßen erlebenswert!

begeisterte Grüße

Mezzi Muh-Miyake

PC-Spiele-News; Borderlands ..

•3. November 2009 • Hinterlasse einen Kommentar

Borderlands.

„Ego-Shooter und Rollenspiel haben zusammen ein Baby bekommen!“ (Originalzitat, Quelle – GameStar 12/09)

Allein wegen dieses Satzes griff ich zweimal zum Asthmaspray. Ganz ehrlich, nehme man einen klassischen Ego-Shooter Spielers (gedanklich hänge ich an dem Bild eines Counterstrike spielenden 12-jährigen, etwas übergewichtig, Brille auf der Nase, Pickel übersät und Internetslang ála Denglisch & Co. auch in Alltagsgesprächen benutzend) und paare das mit einem Nischenobjekt Marke Rollenspieler (mhhh, selbes Bild bloss ohne den PC und das Headset, allerdings in einer kleinen Runde Gleichgesinnter).Packenwir noch ein paar Klischees dazu, schließlich schreien ja Ego-Shooter-Spieler ständig cholerisch rum weil der Kontrahent mal wieder nur Luck (nein – kein Glück verdammt! Er hat LUCK!!!) hat. Ein Oberlippenflaum gehört denke ich auch fix zum Style. So:

 

nerd-baby

Und nun überdenken wir nochmal dieses Zitat – das nehme ich an positiv werbend hätte sein sollen. Übrigens steht unter diesem Zitat noch Folgendes „Das sieht hübsch aus, ist aber ein bisschen wacklig auf den Beinen.“ (Originalzitat, Quelle – GameStar 12/09)

Letzerem würde ich zustimmen. Wobei wen interessierts? Gehen wird sowieso überbewertet in einer Gesellschaft die sowieso alles daran zunehmend weniger gehen zu müssen!

Kommen wir aber zum eigentlichen Kern der Sache, Borderlands selbst. Ich habe mir die Mühe gemacht das Spiel zumindest mit einem Charakter durchzuspielen – im Sinne von jede Quest erfüllt und auch den letzten Endgegner geplättet. Ich muss dem Spiel also zumindest über die Dauer von 20 Stunden Spielspaß zugestehen, sonst hätte ich wahrscheinlich nicht solange durchgehalten. Parallel dazu habe ich mit meinem Kumpel ey (an dieser Stelle ist der dann wohl mein „Mate“) im Onlinemodus einen anderen Charakter probiert. Egal ob alleine oder mit maximal 3 weiteren Mitspielern macht man also Folgendes: Man spielt einen von vier unterschiedlich konzipierten Charakteren in einer endzeitlichen Welt auf einem fremden Planeten mit alienartiger Spezies. In Ego-Shooter-Manier erschießt man hunderte von Gegnern, hat aber auch die Möglichkeit in einem 2-Mann-Buggy durch die öde Landschaft (Es ist tatsächlich Ödland – was natürlich auf Dauer ziemlich öde ausfällt, aber mein Gott – wenn die Entwickler das so wollen, okay – ich nehme es als „Setting-gegeben“ hin) zu brettern jedweden Gegner einfach zu überfahren (man kann tatsächlich jeden Gegner im Spiel einfach überfahren – klappt) oder mit Endlosmunition aus Maschinengewehr oder Raketengeschütz (im Vergleich zum Überfahren aber nur minder effektiv) erschießen. Während man das tut jagt man aber meistens einer Aufgabe (Quest) hinterher, die allerdings wenig variieren – sprich man muss eine limitierte Anzahl an Feinden töten, ein paar Gegenstände finden und auf dem Weg gezwungenermaßen Feinde töten oder einen Endgegner töten und im Zuge dessen noch mehr Feinde töten. Jetzt kam dann natürlich relativ rasch die Frage auf, was hält den Spieler dann eigentlich länger als eben diese 20-Stunden-Durchspielen bei der Stange. Die Story ist nämlich sehr flach und wenig beeindruckend, die Landschaft sieht in weiten Teilen einfach sehr sehr ähnlich aus, da es architektonische Strukturen so gut wie gar nicht gibt und auch Feinde gibt es wenn überhaupt nur 15 verschiedene Arten.

Meine Vermutungen für eine längere Motivation sind also Folgende:

- Es gibt eine Unzahl verschiedener Waffen mit verschiedenen Werten und Modifikationen, der Entwickler spricht von x-Millionen, heißt also, in alter Diablomanier möchte man immer Besseres und Selteneres finden – ein Anreiz

- Es gibt nach dem erstmaligen Durchspielen die Möglichkeit eines zweiten Spielverlaufs, man spielt also das Spiel nochmals mit allen Quests bis zum Ende, die Gegner haben aber nun ein angepasstes Level so das man erst im zweitmaligen Spielverlauf auf das Maximallevel von 50 kommt (mit Level 33 hatte ich es beim ersten Spielverlauf durch)

- Die Schwierigkeit steigt mit jedem weiteren Mitspieler (wir haben es zwar nur zu 2t probiert, aber da fiel mir schon auf die zu Bekämpfenden sicher 3 mal so viel aushalten und auch dementsprechend mehr austeilen) und so steigt die Anforderung; außerdem macht in der Gruppe generell alles mehr Spaß als alleine (!)

- die Hoffnung auf zusätzlichen Content scheint in den letzten 3 Jahren eine Art Grundmotivator in der Spieleindustrie zu sein – v.a. aber bei Onlinespielen – ich sage hierbei aber bewusst „Hoffnung“ möchte dabei aber kein Dutzend Spiele erwähnen die auf diesem „wir geißeln die Spieler und schüren die Hoffnung weiter“-Prinzip basieren

Fazit: Ein im „Cel-Shading“-Look präsentierter Ego-Shooter-Hack&Slay-Titel in einem endzeitlichen Universum. Für Rollenspieler uninteressant (die Rollenspielelemente sind zu rudimentär vorhanden), für Ego-Shooter-Spieler kein Pflichttitel, für Diablo-und-Konsorten-Fans aber ein Blick wert – der Groschen muss aber insofern fallen das der Wunsch nach dem Itemsammeltrieb keimt.

Insgesamt viel Potential, aber leider noch sehr wenig Inhalt.

 

Scáthán Gedächtnisprotokoll.

•3. November 2009 • Hinterlasse einen Kommentar

Liebe Grüße werte Leser- und Spielerschaft!

Aus Gründen wie Urlaub, gefolgt von einem erbrechensbedingten Krankenstand ließ mich mein kreativer Geist die letzte Woche schmerzlich im Stich. Sorry dazu. Nun bin ich aber halbwegs genesen, das heißt eigentlich bin ich am Weg der Genesung, aber die Tatsache das mich die Muse pakt, ist ein positives Zeichen.

Zunächst einmal möchte ich für meine Scáthánrunde ein kleines Gedächtnisprotokoll erstellen, da meine Idee einen Flipchart aufzubauen (er stand bislang demotiviert neben der Spielrunde rum) ja eher belächelt als begrüßt wurde, um Geschehenes festzuhalten. Die wackeren Helden (omg, – nennen wir sie lieber Protagonisten) blieben also der ominösen Organmafia auf der Spur, auch wenn ein kleiner Teil der Spielerschaft in permanenter Paranoia mutmußt ich möchte die Charaktere ja „eh“ nur in die Irre führen mit dem Kram. Man schaffte es also nach hunderten Anläufen ins örtliche Krankenhaus einzudringen, die Pathologie hops zu nehmen und Beweismittel zu sammeln, die dann auch alsbald wieder von Walt(er) Bartholomeus „Star-Trek-Fan-erster-Stunde“ Fackman zu Nichte gemacht wurden – hehe. Die Prinzessin undankbare Studentenzicke Sandra wurde zum Glück vor der Ausschlachtung errettet und Eugene scheint in der Rolle des scharfsinnigen Sherlocks mit Ambitionen zum Mutigsein langsam aufzugehen, während Jack den brutalen Wandel seines bislang eher brutalen Lebens in gewohnter Manier zu lösen versucht – er betrinkt sich (genauso wie seine Freunde). Und auch wenn die Methoden unserer Charaktergruppe noch arg verschieden sind, scheint zumindest das Ziel und teilweise sogar die Motive geeint! (Yehaaaa.) So kommt es schließlich dazu das tatsächlich – alle – Eugene, Jack, Sandro, der verrückte Physikprofessor und sein Schüler Brian? (Joey?) inklusive Walt (wenn Jemand zwei Plätze im Flieger einnimmt, sollte man ihn dann zweimal nennen?) und Walt in einem Flugzeug nach Afrika – genauer Südafrika / Johannesburg sitzen. Gerade als die süße Stewardess mit ihren ‘Was tue ich wenn das Flugzeug abstürzt und sowieso Alles vorbei ist’-Intro fertig ist, erkennen alle einen alten Bekannten wieder – für Eugene ists der Schwager, für Jack ein Schulfreund, für Sandra ein Mentor – und für einen Moment kommt es zum Kopfkratzen wegen dieses erstaunlichen Zufalls der Bekannschaften – mhhh.

Ist das ein Wink des Schicksals?

Wird Walt aufgrund diverser Risikofaktoren einer Thrombose erliegen?

Wer ist der dunkelhaarige, dunkelhäutige, vollbärtige Mann mit fernöstlichem Kleidungsstil in Reihe 3, Sitzplatz F?

Was wird unsere Truppe in Afrika erwarten?

Werden sie dort überhaupt ankommen?

Und warum gelb?

Bis zum nächsten Mal

Wenn es wieder heißt: Scáthán – Persönlichkeitsbildung auf höchstem Niveau!

freudige Grüße

Mezzi Muh-Miyake

Schlecht gemachtes Mystery aus fernen Landen!

•22. Oktober 2009 • Hinterlasse einen Kommentar

Zuerst dachte ich an Uwe Boll, kam aber rasch drauf, dass das aus zwei Gründen nicht hinhauen kann:

a) Offenbar ist dieses Filmchen nicht auf Grundlage eines Computerspiels entstanden.

b) Habe ich es zu Ende angeschaut, was ich bei einem Uwe Boll Film noch nie tat.

mysteriöse Grüße

Mezzi Muh-Miyake

Wie fordere ich meinen Spielleiter?

•22. Oktober 2009 • Hinterlasse einen Kommentar

Die Frage is’ möchte man das denn überhaupt und die Frage is’ ebenso, wozu überhaupt?

Von der Grundannahme ausgehend, das viele Spieler ein echtes Motivationsproblem haben ohne das Interagieren mit dem Spielleiter und das Intervenieren durch den Spielleiter aktiv und vorallem mit Freude am Rollenspiel teilzunehmen, möchte ich diese ganze Problematik mal auf ein Kinderkarusell stellen und um 180° drehen – *schubs*.

Okay. Wie entertaine ich also den Spielleiter? Jetzt hock ich da in meiner demotivierten Trostlosigkeit und habe mich eigentlich darauf eingestellt mit epischen Storylines ála Dragonlance und fantastischen Charakteren wie bei Herr der Ringe bombadiert zu werden.

Situation 1: Der Spielleiter beschreibt in aller Ausführlichkeit einen Nichtspielercharakter. Der Detailgrad ist verglichen mit einem Spielercharakter schon fast zu enorm. Dieser Charakter scheint eine echte Story zu haben, die er zu gerne erzählen würde.

Spieler A: „Hey, können Sie mir etwas dazu sagen?“

Spieler B: „Tag – wäre es möglich etwas über jenes zu erfahren?“

Problematik: Alles schön und gut, aber wieso sollte der auch nur irgendwas Relevantes erzählen? Was hat er davon?

Lösungsansatz: Der Nichtspielercharakter möchte auch einen erwähnenswerten Platz in der epischen Geschichte der künftigen Protagonisten. Er möchte kein Interviewpartner sein, sondern gehört werden – vielleicht sogar geschätzt werden. Geben wir also dem Nichtspielercharakter auch die Chance sich einzubringen, führen wir meinetwegen Smalltalk mit ihm, funktioniert doch im echten Leben auch super gegenüber Fremden.

Situation 2: Die angesprochene epische Storyline. Soweit alles vorbereitet, auf dem Papier sieht der Spielleiter die Helden bereits nach vielen Tiefschlägen vor dem schwarzen Dämon stehen, flammende Schwerter, blitzende Patronen, dreckige Gesichter, Entschlossenheit in deren Augen, stolzgeschwollene Brust, Narben voll Leid und Verlust.

Problematik: Erstens führen Tiefschläge oft dazu das Spieler resigniert in ihren Sessel zurückfallen, vergleichbar mit einem disziplinlosen, trotzigen 3-jährigen und sich ungerecht behandelt fühlen wenn Dinge nicht auf Anhieb oder auch nach dem zweiten Mal nicht prompt klappen. Außerdem denkt der Spieler von Hier und Heute oft viel zu rational, ein Schuss aus einer Waffe ist allenfalls ein Wurf, niemals jedoch ein nervöses Ziehen aus dem Halfter, ein kurzer prüfender Blick auf die Sicherung, ein Zittern, ein unsicheres Anvisieren und ein Schuss, ehe man die Augen zusammenkneift. Verliert man Materielles ärgert man sich, wahrscheinlich ärgert sich auch der Charakter enorm. Doch sterben Freunde oder Familie (vorzugsweise Nichtspielercharaktere) wieso fehlt da die Vorstellung des Verlustes? Wieso kein Fäuste ballen, auf den Tisch schlagen, Aufstehen, Aufschreien und das Spotlight nutzen? Das ist schließlich das Privileg des Spielerdaseins, der Hauptakteur zu sein, der den man so sehen möchte, in all seiner Emotion.

Lösungsansatz: Einfach immer vor Augen halten – der Spielleiter ist dein Freund – er spielt niemals gegen Dich, sondern immer mit Dir. Er ist mindestens genauso interessant an einer interessanten Geschichte und die interessantesten Geschichten kennzeichnen sich eben durch Momente großen Leids und des Verlusts. Ein guter Held ist ein tragischer Held und der liegt öfter am Boden als er triumphal lächelt. Zudem ist es absolut erlaubt in seine Rolle reinzukippen, Stellung zu beziehen, Fäkalsprache zu verwenden und vorallem einen krassen Kontrast darzustellen. Zwischen einer Happy-Face-Situation und einer mein-Sohn-starb-gerade-in-meinen-Armen-Situation muss zwingend mehr sein als „Mein Charakter ist verdammt traurig und zornig.“

Situation 3: Der Abend ist in vollem Gange, meine Mitspieler streiten sich unbewußt ums Spotlight. Der Spielleiter ist hin- und hergerissen. Er steht vor der Entscheidung, allen Spielern die selbe Aufmerksamkeit zu widmen, oder sich dort zu vertiefen wo es am Interessanteten scheint (nicht immer die Jagd des Plottis – wer oder was Plotti genau ist, in einem anderen Artikel mehr dazu).

Problematik: Viele Spieler beginnen sich dann anderweitig zu beschäftigen, da sie ja gerade nicht „am Zug“ sind. Völliger Blödsinn, aus einem ganz einfachen Grund. Rollenspiel ist nicht Brettspiel und weil Rollenspiel nicht Brettspiel ist, heißts Rollenspiel und bietet so viel mehr Möglichkeiten als ein einzelnes Brettspiel (wenn nicht sogar die Gesamheit aller Brettspiele) es je könnte.

Lösungsansatz: Schaffe dir deine eigenen Probleme. Es liegt nicht immer am Spielleiter zu sagen „Huch, dich knurrt ein schwarzer Kampfhund an.“ oder „Woah. So knapp verfehlt dich ein Geschoss und fährt neben Dir in einer Wandkachel ein.“ Nein. Nein. Es ist sehr gut möglich diese Zeit für Charakterausgestaltung zu nutzen. Ein paar Beispiele:

  • Mein Charakter arbeitet als Journalist für eine Tageszeitung. Da ich die Zeit habe bereite ich einen Vortrag über meinen neuesten Artikel vor und präsentiere den im Anschluss meinen Mitspielern, die ich ruhig dazu einbinden kann für 5-10 Minuten meine Arbeitskollegen zu spielen. Ein fairer Spielleiter entlohnt solche kreativen Ergüsse bestimmt und sei es nur durch eine iG-Gehaltserhöhung für einen astreinen Vortrag.
  • Mein Charakter ist musikalisch interessiert, auf seinen Busfahrten schreibt er ähnlich wie Eminem in 8 Miles an ellenlangen Songtexten. Der perfekte Moment ebenfalls ein Buch mit Texten anzufertigen, vll. Texten zu meinem Erlebten als Charakter, vll. wird das irgendwann mal ein Handout für eine weitere Gruppe oder es pflastert die Kellerwände meiner Spielrunde, oder aber ich trage einen Rap mutig vor meiner Spielrunde vor, investiere somit echtes Schauspiel in mein Tun – das würde einen Spielleiter bestimmt begeistern.
  • Ich bin nicht der/die Einzige mit dem Problem gerade nichts zu tun zu haben, also spiele ich einfach Nichtspielercharaktere (vll. sogar welche die schon vorkamen, mit Zustimmung des Spielleiters) und gebe diesen somit ihre erwünschte Aufmerksamkeit in diesem Epos, s. Situation 1.
  • Spiele ich einen Künstler, könnte ich ein Bild malen.
  • Spiele ich einen DJ, könnte ich mit einem Laptop Clubmusik auflegen, während andere unterforderte Mitspieler als Gäste einsteigen dürfen.
  • Spiele ich einen Moderator, könnte ich eine Moderation vorbereiten, anstatt künftig in „Vormittags moderiere ich meine Show, …“ zu verfallen.
  • Spiele ich … , könnte ich … . (Dann bitte tu es!)
  • Eine vielfach bewährte Möglichkeit wäre dem Spielleiter einfach ein Fresschen vorzuwerfen, womit ich mich sofort wieder ins Spiel bringe. Notfalls erdenke ich mir eben eine Großmutter die ich zu besuchen habe, einen alten Freund aus Texas der gerade unerwartet mit seinem Wohnwagen in meinen Vorgarten brettert oder eine Tochter die eigentlich schon längst wieder aus der Schule zu Hause sein müsste. (Denn wer sagt denn, das der Spielleiter der einzige Spielschöpfer sein darf?)

spielleitende Grüße

Mezzi Muh-Miyake

Handys.

•22. Oktober 2009 • Hinterlasse einen Kommentar

Ich erinnere mich gut daran, an eine Zeit, da hatte ich kein Handy. Meine Freunde rief ich damals über ein Festnetztelefon (Anm.: ich stand in einer Ecke des Wohnzimmers wo das Telefon stand und spazierte nicht mit einem Schnurlosteil durch die Wohnung) an. Die Leitung des Telefons war sogar geviertelt, hieß wenn einer der drei anderen Nachbarn des Gemeindebaus telefonierte ertönte nur ein Besetztzeichen – also konnte ich es später nochmal versuchen. Für jede Minute wurde ausnahmslos bezahlt, man achtete also darauf rasch nur prägnante Informationen zu transportieren – für alles andere vereinbarte man sich eben einen Treffpunkt. Später dann, erinnere ich mich, hatte ich noch immer kein Handy. Alle anderen Kinder (die Erwachsenen zu dieser Zeit hatten sowieso meist schon eines) hatten allerdings schon Handys – Wertkartenhandys – aber immerhin. Ich verstand absolut nicht wozu ich zu dieser Zeit hätte ein Handy brauchen sollen? Wer hätte mich bitte erreichen wollen? Meine Eltern wussten das ich in der Schule war und meine Freunde waren ebenso in der Schule! (Zumindest waren wir das alle bis zu einem gewissen Alter – der Beginn der Rebellion – aber das wäre ein ganz anderes Thema)

Woran ich mich allerdings nicht mehr erinnere, an den Zeitpunkt wo auch ich mein erstes Handy bekam. Komisch eigentlich, denn ich weiß – ich war kein Handyfreund, mir ging die ganze omnitelekommunikative Scheiße total auf den Senkel. Jedenfalls ist ein Mitgrund wieso ich micht nicht mehr an diesen pseudo-epischen Moment erinnern kann sicherlich die Tatsache das ich selbst schon mind. das 5te Handy in Folge besitze. Heute trage ich es auch schon permanent bei mir und achte immer darauf es vollgeladen zu haben. Der einzige kleine Verstandsbrocken in mir, der sich gegen dieses allesvereinnahmende Etwas noch wehrt schafft es aber zum Glück mich regelmäßig vergessen zu lassen es wieder auf „laut“ zu stellen, so das viele Gespräche dadurch verhindert werden. Danke Oh berechnender Fluch des Vergessens (auch hier würde ich den Rahmen wieder sprengen *smile* – Kennen sie den Fluch des Vergessens? Nein, nicht den Film mit Johnny Depp, den haben sie vielleicht auch anderen Gründen schon fast wieder vergessen)! Mittlerweile bin ich auch zu einem kleinen Sklaven meines Handys geworden. Ständig läutet es oder vibriert es. Man spricht mich sogar darauf an wieso ich dann und wann nicht anhob (Als müsse man sich dafür tatsächlich rechtfertigen).

Um also meinem Unmut Raum zu verschaffen.

Ich bin kein Handyfan.

Ich werde nie ein Handyfan sein.

Ich lehne jede Funktion abseits der Möglichkeit konventionell zu telefonieren ab (Kamera, Spiele und diesen ganzen unnötigen Kram für Menschen die auf diesen Handyschrott zwingend reinkippen müssen – Danke an dieser Stelle an Jamba die durch dubiose Fesselverträge den minderen Keimpool der Menschheit durch riesige Schuldenanhäufungen beschäftigt halten).

Hier mein Versprechen an den Kosmos – Sollte es je erfordern ein Handy zu besitzen um mein Auto zu starten, meine Haustüre zu sperren oder gar meine Monatsgehalt einzusehen, werde ich mich freiwillig und ohne eine Träne aus dem Leben nehmen.

handy-verachtende Grüße

Mezzi Muh-Miyake

Randall Curtis

•22. Oktober 2009 • Hinterlasse einen Kommentar

Ali__the_black_guy_by_Miwa_Arashi Randall Curtis, stammt aus dem Land der Sonne – Flordia. Randall ist die moderne Version eines fahrenden Händlers. In seinem Pontiac Firebirds bereist er wie ein Karawanenhändler das Land. Anzutreffen ist hauptsächlich an Tankstellen oder auf Parkplätzen. Er ist immer allein unterwegs, wahrscheinlich bewaffnet und trägt immer eine Sonnenbrille. Er heult bis heute seinem Afro-Look der 60ties nach und ist über die Jahre ein sehr liberales Wesen geworden. Eine an manchen Stellen abgeblätterte Aufschrift – „Black ‘n’ Funky“ ziert bis heute  die Heckleiste seiner Karre. Sollte nicht gerade Rap-Musik aus den Kofferraumboxen dröhnen, schläft er wohl in oder ziemlich sicher in unmittelbarer Nähe um sein Auto.

Was ihn auszeichnet ist sein Geschick für das rasche Auftreiben vielerlei Waffen. Der Preis ist dementsprechend, aber immerhin kann man bei Randall sicher sein das er einen nicht vorher erschießt und die mitgebrachte Kohle einfach so einheimst. Randall hätte da einen Ruf zu verlieren. *smile*

 
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