Zum Glück ist das hier kein einschlägiges Diskussionsforum, denn mit Sicherheit hätten wir dann in kürzester Zeit zwei große Parteien – nämlich PRO und CONTRA. Erste würden sagen: Musik, super. Trägt zur Stimmung bei. Pointierend kann man echt Atmosphäre schaffen. Außerdem bleibts ein Gesellschaftsspiel und Musik verbindet. Und Und Und. Während Letztere sagen würden: Boah, Musik, lenkt total ab. Dann dudelt es ständig demotiviert im Hintergrund mit. Da hat man mal eine spannende Szene und muss dabei irgendso einen Pop-Schrott ertragen. Der Spielleiter wäre dadurch nur abgelenkt, also komplett fürn Hugo die Musik.
Okay, beide Seiten haben Recht. Darum geht es hier aber gar nicht, sondern darum Euch meine Lieblingsmusikstücke fürs Rollenspiel vorzustellen mit einer kleinen Erklärung oder gar Widmung.
Johnny Cash – Hurt: Ein wunderschöner Song, zu dem es auch ein sehr stimmungsvolles Video gibt. Er singt vom Verlust der engsten Freunde, der Liebsten, vom Alleinsein. Was wäre wenn er nochmal von Vorne beginnen könnte? Er würde es wohl anders machen. Die Tatsache das dieser Ausnahmekünstler mittlerweile verstorben ist, schenkt diesem Song neuerlich ein bisschen mehr Melancholie.
Reue, Trauer, Verlust, ..
Kennen und liebe gelernt habe ich diesen Song im Zuge des Kennenlernens eines gänzlich neuen Freundeskreises vor ein paar Jahren. Ich bin mir aber sicher das dieser Song mindestens genauso gut zur Geltung kommt, ohne eine persönliche Geschichte damit zu verbinden.
Michael Andrews – Mad World: Es geht um den Alltagstrott, die Resignation in Folge dessen und um diesen Ausdruck einer zugleich komischen wie traurigen Welt in der wir wohl tatsächlich leben (müssen).
bedrückend, traurig, Perspektivenlosigkeit, ..
Jeff Buckley – Hallelujah: Dieser Song überzeugt meiner Meinung nach weniger textlich als viel mehr durch eine sehr starke melodische Präsenz. Alleine das instrumentale Intro einer ganzen Minute stimmt schon sehr seufzend auf einen dahinplätschernden Song voll tiefster Trauer und Verzweiflung ein.
Trauer, Verluste, Verzweilfung
Akira Yamaoka – Promise: Für mich persönlich empfunden ein sehr hartes Stück das in seiner Monotonie und dem Pianoklang zu Unwohlsein führt.
Unbekanntes, Unbehagen, Unwohlsein
Erinnert mich immer wieder gerne an viele viele Cthulhuabende, naja eher -nächte. Danke an so viel Atmosphäre seitens der Spieler.
Damien Rice – 9 Crimes: Habe diesen Künstler leider erst sehr spät hörengelernt, kannte ihn vorher gar nicht und könnte eine ganze Reihe an Tracks aufzählen die ich absolut nennenswert fände. In diesem Fall präsentiere ich aber einen sehr gefühlvolles Duett, das auch wenn es textlich nicht direkt ein Liebeslied ist – eine poetische Romantik transportiert die sich im Laufe des Songs und der steigernden Lautstärke der beiden Stimmen sehr verzweifelt anhört.
enttäuschte Liebe, Probleme, Verzweiflung
A R Rahman – Jai Ho & O’Saya: Zwei wirklich wirklich empfehlenswerte Songs des Soundtracks zum Spitzenfilm Slumdog Millionär! Während ich bei Jai Ho kein Wort aufgrund der Sprache verstehe, erzählt O’Saya von Flucht, passend zum Film wohl von der Flucht indischer Slumkids. Gleichzeitig wird in diesem Song aber von Schönerem geträumt, eine Karriere, vll. sogar in den Staaten.
Enthusiasmus vs. Ausweglosigkeit, Aufbruch zu etwas Neuem, Angst
Fall – Cleaning Apartment & Supermarket Sweep: Gesangslose Instrumentalkost. Tolle Inszinierung von langsam steigender Spannung.
Thrill, Panikmache
Charlie Clouser – Hello Zepp: Ein toller angstbereitender, spannungsgeladenes Ambiente schaffender Track. Für jede Konfrontation mit dem Unbekannten, Verborgenen oder gar Übernatürlichen ein Must Have.
Angst, Spannung, Zittern
Möglicherweise könnte es ein Continue zu diesem Artikel geben, mal sehen :-)
Viel Spaß und anderer Emotionen mit wirklich toller Form von Musik!
summende Grüße
Mezzi Muh-Miyake