Gedankenflucht.
ad Vergänglichkeit :-/
Ich erinnere mich an eine Zeit wo ich das Gefühl hatte das Leben vom Straßenrand aus zu betrachten. Es war eine Zeit in der ich viel nachdachte und mir kam alles immer sehr weit weg vor. Über die Jahre habe ich leider nicht bemerkt das ich schon lang nicht mehr bloss am Straßenrand stehe, sondern fortwährend in Bewegung war. Nun stellt sich die Frage, was denn besser ist – Stagnation? Das Stehen am Straßenrand? Das betrachten all dieser merkwürdigen Leute die dem Leben nachjagen? … oder … Aufspringen auf den Zug des Lebens? Der Jagd nach Anerkennung und Erfolg? Dem ewigen Streben nach Triumphen? Ehrlich gesagt? Keine Ahnung.
Als jemand der im Grunde alles hat und dennoch unzufrieden ist würde ich sagen, keiner der beiden Wege ist das Optimum. Unterm Strich sterbe ich letztlich sowohl am Straßenrand als auch im Zug. Unterm Strich ists völlig egal. Unterm Strich ists nämlich jedem egal.
ad Umfeld …
… das zweite Thema meiner fiktiven Reise betrifft viele viele Menschen in meinem näheren Umfeld. Viele Freunde hatte ich nie, eigentlich hatte ich bis vor einigen Jahre nie tatsächliche Freunde. Zumindest im Nachhinein betrachtet weiß ich das mit Bestimmtheit. Das Skurrilste am Leben ist aber die Tatsache das sich der Mensch von jeher an einen einzigen Menschen bindet und die Gesellschaft, Filme, Medien, einfach alles möchte uns suggerieren das alles andere fehl wäre.
Leider begegne ich permanent Menschen die ich persönlich als interessant erachte. Menschen mit denen ich meine Zeit gerne verbringe, Ihnen zuhöre und meine Gedanken teile. Doch letztlich hemmt der Gedanke immer nur einem Menschen nahe sein zu dürfen jedweden Aufbau einer Freundschaft. Ein Kennenlernen bleibt ein Kennenlernen und darf niemals ein Vertrautsein werden. Warum ist das so?
ad Vermissen
Normalerweise müsste ich hier nun verstorbene Familienmitglieder aufzählen. Normalerweise. Bei einem Begräbnis konnte ich noch nie weinen. Möglicherweise liegt das auch ein Stück weit an einer sehr bedenklichen Erziehung seitens meines Vaters. Möglicherweise. Weitestgehend vermisse ich eigentlich Niemanden so richtig, es gibt also tatsächlich keinen Menschen den ich mal kannte und der mir nun aufgrund ihrer oder seiner Abstinenz wirklich fehlt.
Wenn ich nun in einem weiteren Atemzug erwähne dass sich das in Bezug auf meine verstorbene Katze anders verhält, macht mich das zu einem sonderbaren Menschen? Wenn ich bedenke wie oft ich manche Menschen sah und wieviele Stunden ich tagtäglich meine Katze neben meinem Kopfkissen, der PC-Tastatur oder der Couch liegen hatte … ist das dann wirklich noch so sonderbar?
nachdenkliche Grüße
MMM
