Mein anderes Ich.
Fragen die ich meinem Alter Ego stellen sollte.
Fragen die mein Alter Ego aus dem Stegreif beantworten müsste.
Fragen die dem Spielleiter dienlich sein könnten.
Theoretisch müsste hier nun eine unerschöpfliche Liste einer interviewähnlichen Fragetabelle eingefügt werden. Beginnend beim Namen, über den Körperbau, die Stimme bis zu Moralkodex und Wertvorstellung und so weiter.
Die meisten Punkte sind allerdings selbstverständlich und viele weitere ergeben sich oft erst aus der Entwicklung beim Spielen. Daher will ich versucht sein eine kleine, stichwortartige Aufzählung von wirklich Prägnantem zu nennen. Auf einem kleinen Schmierzettel oder in einem stillen Eck kurz dem Spielleiter vor Beginn der jeweiligen Session mitgeteilt, können das Grundpfeiler eines erfolgreichen Miteinanders sein.
- Motivatoren: Was bringt einen Menschen dazu sich wissentlich in Gefahr zu begeben? Sein eigenes Leben, oder sogar das von Familie und Freunden zu riskieren? Für solche Grenzfälle der Vernunft bedarf es eines Antriebs. In einer bizarren Welt wie dieser, können sich diese Motivatoren auch sehr skurril ausfallen. Menschen die in Erstkontakt mit Übernatürlichen kommen, haben eher die Tendez zur Rationalisierung und damit Verdrängung. Im Falle der Spielercharaktere stellen sie eine Minderheit dar, die trotz Furcht eine Tendenz zum Hinschauen entwickelt.
- Wünsche: Dieser nicht unwichtige Punkt betrifft zwar den Charakter, viel mehr jedoch den Spieler. Womit kann der Spielleiter dem Spielenden eine Freude machen? Womit wird er oder sie gerne belohnt? Manche Spieler stellen ewige Jäger und Sammler dar, seltsame Objekte oder magische Gegenstände sind besonders attraktiv. Andere Spieler lieben es Anerkennung zu bekommen, das kann in Form von Titeln geschehen, die der Charakter dann ganz offiziell und unter Respektgenuß tragen darf. Schön natürlich wenn der Wunsch des Charakters konform mit dem des Spielers geht, denn einen eigentlich immateriellen Charakter mit physischem Vermögen zu belohnen, weil der Spieler damit eine Freude hätte wäre widersinnig. Hier also der ganz klare Vorschlag, sich schon beim Konzept eines Charakters überlegen, ob man sich damit überhaupt eine Freude machen kann bzw. der Spielleiter auch die reelle Change bekommt dem Spieler eine Freude zu bereiten.
- Spoilertext: Damit meine ich eine kurz umrissene Zusammenfassung des eigenen Charakters. Ohne groß Worte an Erklärung zu verlieren, hier ein rasch formuliertes Beispiel:
“Hey, mein Name ist Terry, Terry Coffin. Ich jobbe seit meinem 16. Lebensjahr in nem Diner an der Interstate 41. Mit meiner Frau Joy bin ich 14 Jahre verheiratet. Ich erinnere mich gut daran. Sie arbeitete ein paar Meilen weiter, an einer Tanke. Woah – sie sah heiß aus in ihrem Blaumann. Mh, ich bin ein grundsolider Kerl, zu gutmütig manchmal und ein echter Kumpeltyp – gegen ein kühles Bierchen nach der Arbeit habe ich eigentlich nie was einzuwenden.”
In diesem Sinne
an die Zukunft gerichtete Grüße in Richtung vieler vieler Charaktere
Mezzi Muh-Miyake
